Die hohe Kunst des Zitierens

Erstellt von admin am Montag 31. August 2009

Ob Goethe, Schiller, Schopenhauer oder Aristoteles: Sie haben alle eines gemeinsam. Unzählige Zitate Sprichwörter dieser großen Denker schmücken Buchseiten, Einbände, Marmortafeln bis hin zu Grabsteinen. Die meisten Menschen nehmen Zitate als eine völlige Selbstverständlichkeit hin, erkennen jedoch nur selten die Macht, die in ihm liegt. Mit einem clever ausgewählten Zitat einer bekannten Persönlichkeit hat man die Möglichkeit, hochkomplexe Gedankenvorgänge in wenige Worte zu kleiden. Zugegeben, die geistige Arbeit hat man dabei dem Urheber überlassen und man selbst gibt nur dessen Gedankengang wieder, dennoch hat ein geschickt ausgesuchtes Zitat schon in so manch einem Streitgespräch Wunder bewirkt.

Doch was ist eigentlich genau ein Zitat? So manch einer mag überrascht sein, aber es gibt eine Menge über dieses sprachliche Mittel zu erzählen. Im Grunde genommen ist ein Zitat erst einmal eine wörtlich übernommene Stelle aus einem Text. Die meisten Menschen denken bei Zitaten an oben geschilderte Weisheiten, die große Denker einst in unzähligen Stunden hervorbrachten. Ein Zitat kann aber auch nichts weiter als eine nüchterne Wiedergabe eines Satzes aus einer wissenschaftlichen Diplomarbeit sein. Das hat dann zwar nicht mehr viel mit Goethe oder Aristoteles zu tun, zählt aber dennoch zur Kunst des Zitierens. An vielen Stellen kann es nämlich eine gute Idee sein, Informationen aus anderen Werken in das eigene einfließen zu lassen.

Gut möglich, dass jemand verblüfft sein wird, wenn er erfährt, dass es gar nicht so einfach ist, nach den Regeln der deutschen Sprache in einem Text zu zitieren. Nicht umsonst werden in der Schule ganze Unterrichtseinheiten dafür verwendet, den Kindern den richtigen Einbau von Zitaten in einem Text beizubringen. Eine Grundregel des Zitierens ist die Quellenangabe am Ende des Textes. Wer diese vergisst, kassiert schnell Minuspunkte bei erfahrenen Lesern. Außerdem sind rechtliche Konsequenzen bei mangelnder Quellennennung möglich. Diese rechtlichen Mittel können aber nur Autoren von Werken nutzen, die vom Urheberschutz betroffen sind. Dazu müssen sie eine eigene “Schöpfungshöhe”, also ein gewisses Maß an Individualität, aufweisen.

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